3D-Druck: Filamente und die richtige Lagerung

Update 13.02.2017 Blog-Beitrag aktualisiert

Ich habe mir einen gebrauchten 3D-Drucker gegönnt, nichts teures. Einen I3 Prusa Clone, bei dem der Verkäufer schon das meiste daran ausgewechselt hat. Angefangen vom Extruder, also da wo die Suppe rauskommt, bis zu Lager und Rollen. Aber das ist nicht das Thema. Den Grund, weshalb ich mir den Drucker gekauft habe, ist das Selberdrucken von Gehäusen. Also beispielsweise Gehäuse für meinen WeMos-Zoo oder auch für die verschiedenen Arten von Jeelinks. Auch ein Gehäuse für meine 18650 – LiIon-Akkus dürfen nicht fehlen, Bilder siehe unten.

Aber nach einiger Zeit hab ich doch gemerkt, „mal eben“ geht nicht. Da gibt es schon eine Lernkurve, bzw. wie mein Verkäufer gesagt hat, „der 3D-Drucker  ist keine Kaffeemaschine“. Also die üblichen Hürden überwunden und erst mal Filament gekauft. Hier stellt sich die Frage, welches und wofür und was für Qualitäten gibt es. Bei meinem Drucker war eine farblose Rolle ABS dabei, getestet habe ich aber auch das rote PLA-Filament von Verbatim (Amazon: Verbatim PLA)und von Prima-Value (Amazon: Rezensionen) in Grün und Schwarz. Das rote Verbatim Filament kam in einer wiederverschließbaren Pappschachtel daher. Das Filament selber war Vakuum verpackt und mit Silica-Gel versehen (Amazon: Rezensionen). Die Qualität bei allen 3 PLA-Filamenten war ungefähr gleich sehr gut. Ich hatte mit 200 Grad gedruckt.

Wichtig für gute 3D-Ausdrucke ist die richtige Lagerung. PLA und ABS-Filament mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb bin ich hingegangen und habe mir eine 20L große Box aus dem Baumarkt geholt, ebenso ein 9 L Box bei Amazon (-> Lock-n-Lock 9 L Box). In der 9L Box passen 2 Rollen Filament rein. Die Amazon-Box kann man luftdicht abschließen, während man bei der Baumarkt-Box selber Hand anlegen muss. So habe ich ringsrum Tesa-Moll umklebt. In der Box selber habe ich 2 Halter gedruckt und aus dem Baumarkt ein Leerrohr eingelegt. In der Box passen 4 Filament-Rollen rein. Um dann nicht ewig bei bei einem Wechsel die Box zu öffnen oder zu schließen, habe ich Adapter von Thingiverse gedruckt, Links siehe unten.
Wichtig bei den Kauf von Filamenten: Es gibt 2.85mm und 1.75mm Filamente, also vor der Bestellung noch mal den Extruder prüfen. Ich kaufe immer 1KG Pakete, kommt man ewig mit aus.

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Das Filament, sei es PLA oder ABS, dehnt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit aus. Man merkt das, wenn sich beim Druck Blasen zeigen oder es schwergängig aus dem Extruder kommt. Um die Luftfeuchtigkeit auf ein Mindestmaß zu begrenzen, habe ich mit Silica-Gel gefüllte Organza Säckchen mit in die Box gelegt (Amazon: Organza-Säckchen, Silica-Gel). In einer 20L Box, welche ich vorher mit Tesa-Moll bearbeitet habe, ist das ganze jetzt relativ luftdicht verpackt. Mit M3-Schrauben und Muttern liegt der Deckel fest auf. Die Luftfeuchtigkeit liegt jetzt bei 19%, gemessen mit meinen TX-29-DT-H – Sensoren. Steigt die Luftfeuchtigkeit über 35% bekomme ich über Fhem eine Mitteilung auf Telegram. Dann müssen die Organza-Säckchen in den Backofen für eine Stunde bei 140 Grad Umluft gelegt werden und dann sind sie wieder wie neu.

Ansonsten macht es richtig Spaß mit 3D-Druck zu arbeiten, man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Falls ihr mehr Blog-Beiträge über 3D-Druck lesen möchtet oder Fragen habt, ab in die Kommentare.

Transparenz: Die Firma Verbatim hat mir Testmuster vom roten Filament und Primaalloy zur Verfügung gestellt. Wer Testmuster haben möchte, kann bei Verbatim nachfragen.

Das könnte Euch auch interessieren (u.a. Bauteil-Liste zum Nachdrucken):
Geeetech Acrylic Prusa i3-Clone (es gibt aber bessere 3D-Drucker!)
Thingiverse: Filament-Drybox-Dateien
Thingiverse: Pipe-Bracket for Filament-Storage Solution
Thingiverse: Akku 18650 Storage – Holder    (18650 Akkus von amazon.de)
Thingiverse: Logitech C270 Webcam Mount   (Logitech C270 Webcam bei amazon.de)
Leerrohr, M20 20mm Durchmesser (amazon.de)
Schraubensortiment M3 mit Muttern (braucht man immer) (-> kaufen bei amazon.de)
Organza-Säckchen und Silica-Gel (Link. siehe oben)
Tesa-Moll E-Profil zum Abdichten der Box (kaufen bei amazon.de)
3d-Bearbeitungs-Software: Tinker-CAD und Slic3r

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4 Antworten zu 3D-Druck: Filamente und die richtige Lagerung

  1. Robin sagt:

    Hallo Stefan,
    Ich drucke direkt auf einem Spiegel. Mein Vorgänger (gebrauchter Drucker), hat mir einige Spiegel noch mitgegeben. Er hat damals mit ABS gedruckt.
    Ich habe Zeitweise das gute Balinea Strong 4 genommen, jedoch mir ist aufgefallen, das es ohne Haarspray (nicht Haftspray) genauso gut geht. Ich drucke aber nur mit PLA (Links vom Filament s.o.). Mit 210 Grad und 50 Grad Heatbed und ab und zu 1 bis 2 Layer Brim hab ich keine Probleme auch kein Warping. Mit der Temperatur bin ich noch noch am experimentieren, ich vermute, bei dem Filament kann ich noch was runtergehen.

    LG
    /robin

  2. Stefan sagt:

    Hallo,

    Du druckst direkt auf die Glasplatte? Mit oder ohne Haftspray? Noch keine Problem gehabt das sich ein Objekt gelöst hat?

    Gruß

  3. Robin sagt:

    Hallo Stefan,
    danke für Deinen Kommentar. Ich nutze Tinkercad und Slic3r (für Mac). Mit Tinkercad bin ich als Newbie sehr zufrieden, reicht für meine Ansprüche erst mal.
    Slic3r für Mac dagegen stürzt gerne mal ab, da muss noch was gemacht werden.
    Blogbeitrag habe ich erweitert.

    LG
    /robin

  4. Stefan sagt:

    Hallo,

    Ich habe auch seit einiger Zeit einen Rase3D N2 und habe auch sehr viel Spaß mit dem Gerät. Bei ABS oder ASA ist es halt von Vorteil wenn man einen geschlossenen Bauraum hat und für die ESP8266 gibt es schon sehr viele Gehäuse im Internet, da kann man dann noch einiges ändern wenn man es braucht. Welches 3D Programm verwendest du? OpenSCAD, Skechup …. ? Bin gespannt auf weitere Beiträge aus dem 3D Printer Bereich.

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