Maginon WLAN / IP CAM IPC-100AC – ein Erfahrungsbericht

Update 01.07.2015 Die Software IPC-Viewer, welche als App downloadbar ist, scheint Probleme zu haben. Ich habe öfter von unterwegs keine Verbindung mit der Camera, Fehlermeldung keine Adresse

maginon2Die Maginon IPC-100AC zeichnet sich durch ihren unschlagbar günstigen Preis (ALDI-Nord für 39,90 Euro) aus. Wie ist das Preis- / Leistungsverhältnis? Ist sie leicht zu installieren? Wie ist die Qualität? Ich habe sie mir mal gekauft und für Euch getestet.

Zunächst einmal die Fakten laut Datenblatt:

  • Bildsensor: 1/5″ Megapixel CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel
  • 9 Infrarot-LEDs
  • Bildwinkel 60 Grad bei  einer Blende von f=3.6mm F=2.4 mit Infrarot-Linse
  • Bewegungswinkel: 330 Grad horizontal / 90 Grad Vertikal
  • Protokolle: HTTP, FTP, TCP / IP, SMTP, DHCP, DDNS, UPnP
  • WLAN: IEE 802.11 b/g/n
  • LAN 10/100 Mbit/s
  • Mit Alarm-Anschluss, Ausgang mit maximal 100 mA belastbar.
  • Packungsinhalt:
    Netzadapter 5 V / 2 A
    Wandhalterung
    LAN-Kabel
    Alarm-Anschlußklemme
    Software – CD
    Bedienungsanleitung komplett in deutsch und kein China-Deutsch!
    Garantieunterlagen

Installation: Die Installation ist bei den meisten Webcam eine Katastrophe. Bei dieser Web-Cam ist sie erschreckend einfach. Ich zeige Euch hier meine Vorgehensweise. Hierzu ist die mitgelieferte CD nicht notwendig. Viele von Euch haben ja mittlerweile Notebooks, welches kein CD-Laufwerk mehr hat.

  • Zunächst die Maginon IPC-Viewer-APP herunterladen für iPhone / Android / Smartphone
  • Registrieren auf supra innerhalb der APP. (Siehe auch meine Anmerkungen zum Datenschutz)
  • Die Camera mit dem beiliegenden Netzwerkkabel verbinden und das Ende am Router einstecken.
  • Camera mit dem beiliegenden Netzteil verbinden und … warten … . Die Camera macht einen Cruising-Start, fährt also die gesamte Strecke ab.
  • Wenn das Smartphone sich im demselben WLAN befindet, dann die App starten und nach erfolgreicher Anmeldung an dem Supra-Server Cameras suchen lassen.
  • Wenn die Cam gefunden wurde (es wird die MAC-Adresse gezeigt), dann da drauf klicken und den WLAN-Schlüssel eingeben (Achtung: Europa WLAN nehmen, nicht Nordamerika :-).
  • Nach erfolgreicher Eingabe macht die Camera einen Kaltstart.

Das LAN-Kabel kann jetzt entfernt werden und die Camera sollte sich nun im WLAN befinden und mit der eben heruntergeladenen IPC-Viewer-App sichtbar sein.

Die WLAN-Camera kann auch von einer anderen App gesteuert werden. Ich nehme für mein iPhone / iPad immer LiveCams Pro (-> iTunes) schon seit Jahren. Hier muss aber nur die IP-Adresse und das Passwort der Cam eingegeben werden. Um diese zu bekommen, kann man auf dem Router nachschauen nach vorhandenen WLAN-Geräte. Dort die IP aufschreiben später in der APP eintragen. Wichtig: Standardmäßig ist in der Camera als Benutzername: Admin und ein leeres Passwort vorgegeben. Das sollte schnell geändert werden.
Die Camera kann auch direkt an das LAN angeschlossen werden. Bei weiteren Strecken lohnt sich der Kauf eines PowerLAN Adapters (-> Blogbeitrag HooToo Powerline Adapter im Set).

Datenschutz: Warum muss eine Registrierung vorgenommen werden zum Betreiber von Supra? Welche Daten werden übertragen? Sollte man mal sniffen …

Die Bildqualität: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, also preiswert und teuer. Die maximale Auflösung dieser Camera liegt bei 640 x 480 Pixel, also nicht mehr zeitgemäß. Meiner Meinung ist sie nach vor für die Tierbeobachtung oder für die Raumbeobachtung gut zu gebrauchen. Für den Außenbereich sieht es so aus, das sie kein IR-Cut-Filter hat, als Euer schöner grüner Rasen kommt lila rüber. Wem es nicht stört, okay …

Größe: Gegenüber meiner Hootoo (-> siehe Blogbeitrag), welche schon einige Jahre ihren Dienst verrichtet, ist die IPC-100 AC etwas kleiner, siehe Foto. Die Auflösung ist die gleiche wie bei meiner Hootoo. Wie bei meiner Hootoo werden hier auch eine Wandhalterung aus Kunststoff mit Dübel mitgeliefert, um die Camera an die Wand zu befestigen.

Sound: Die Camera hat auch ein eingebautes Mikrofon, welches mehr schlecht als recht (mit Störungen) den Sound überträgt. Als Babyphone würde ich es nicht benutzen wollen, wegen der relativ schlechten Tonqualität.

Bedienung: Die Camera kann via Webinterface – einfach die IP der Camera und standardmäßig admin und Passwort frei lassen eingeben, oder auch per App. Ich nutze LiveCams pro, mit der man mehrere Cameras monitoren kann. Hier kann man das EasyN-Profile 1 auswählen, damit die Camera einwandfrei funktioniert. Steuerung rauf, runter, links, rechts, Alarm ein / aus usw, alles ist per Web oder App möglich.

WLAN-Reichweite: Mit der Reichweite ist so eine Sache, bei mir funktioniert die Camera innerhalb der gesamten Wohnung bis auf dem Balkon, ist aber bei jedem anders.

Alarm: Die Camera ist mit einer Elektronik ausgestattet, welche bei Bewegung einen Alarm erkennt, der weiter verarbeitet werden kann. Neben der Einstellung der Empfindlichkeit kann bei einem Alarm folgendes passieren – auch alles zusammen. Das kann man im Administrations-Bereich einstellen:

  • Upload des Alarm-Bildes auf einem Server
  • Versenden des  Alarm-Bildes per eMail
  • Auslösung eines physikalischen Schalters auf der Rückseite der Webcam
    und -> interessant für fhem: Aufruf einer URL, die man festgelegt und im Administrations-Bereich eingetragen hat.

Nachtsicht: Wie bei den meisten Webcams ist die Camera mit 9  Infrarot-Dioden ausgestattet, damit man Nachts auch was sehen kann, wenn auch nur in schwarz – weiß. Hier fehlt gegenüber meiner Hootoo-Cam eine Infrarot-LED.

Snapshot: Wie bei anderen WLAN-IP Webcams auch, kann auch über eine URL einen Screenshot machen. Dieses Bild kann man beispielsweise sofort in Fhem einbauen.
http://username:passwort@dieAdresseDeinerKamera/snapshot.cgi

Einen Livestream bekommt ihr mit
http://192.168.xx.xx/videostream.asf?user=DeinUsername&pwd=DeinPasswort&resolution=64&rate=0

hin. Zum Abspielen nimmt man wieder den VLC-Viewer (-> Videolan.org).

Rechtesystem: Es gibt drei Rechte-Typen: Administrator, Bediener und Benutzer. Diese können im Administrations-Bereich mit einem Benutzernamen und Passwort festgelegt werden. In diesem Zusammenhang sollte auch gleich das Administrator-Kennwort geändert werden, vor allem, wenn man von außen, also vom Internet aus auf die Camera zugreifen möchte.

Fazit: Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt, mehr kann man für diesen Preis nicht erwarten. Die Installation finde ich vorbildlich, die Möglichkeiten bei einer Alarmauslösung sind mit den vorgegebenen Möglichkeiten mehr als hinreichend. Auch der Administrations-Bereich, welcher in deutsch ist, läßt keine Wünsche offen. Die Garantiezeit beträgt 3 Jahre, was auch nicht üblich ist.
Nachteilig ist die geringe Bildauflösung von 640 x 480 Pixel, der fehlende IR-CUT-Filter, und die fehlende Infrarot-Diode.

Eine bessere Alternative ist das Nachfolgemodell meiner Hootoo-Webcam: Hier mein Erfahrungsbericht zur HooToo-Webcam

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39 Antworten zu Maginon WLAN / IP CAM IPC-100AC – ein Erfahrungsbericht

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