My hacked 3D-Printer: Tipps und Einstellungen, Filamente und Co

Update: 12.04.2017 Blog-Beitrag Erweiterung

Die drei Buddhas: dunkles Holz-Filament link, mittig rotes PLE, rechts Holz-Filement hell, Dahinter: Schwarzer Cube (noch nicht entgratet) , rechts hinten Ladegerät für iPhone und Apple Watch (durchsichtiges ABS)

„Robin, das Ding ist keine Kaffeemaschine“. Diesen Hinweis gab mir der Ebay-Kleinanzeigen-Verkäufer, welcher mir den GeeeTech i3 Prusa X Clone verkauft hat. Und richtig! Ich habe einiges an Lehrgeld bezahlen müssen, viele Kleinteile neu gekauft und laufend verbessert. Eine Auflistung seht ihr unten. Wenn ihr das ein oder andere Kleinteil noch haben möchtet, kurze Mail an mich.

PLA: Ich möchte Euch kurz meine Erfahrungen mit verschiedenen Filamenten mitteilen. Ich teste immer alles aus, Rot, Weiß, Grün, Schwarz, ok, verschiedene Farben. Habe ich alle durch. Mein Fazit auch von meinem letzten Blog-Beitrag: Verschiedene Hersteller bieten verschiedene Qualitäten an, meiner Meinung gibt es kein gut oder schlecht, sondern eher, wie Du deinen 3D-Printer eingestellt hast.
Und da gibt es meiner Meinung nach ziemlich viele Fallstricke beim Einstellen. Angefangen von der Levellierung des Headbeds. Ist einer der wichtigsten Dinge beim Drucken, das die ersten Bahnen von der „Suppe“ richtig zwischen dem Bett und dem Modell haftet. Manche Hersteller schreiben auch eine Temperatur von 50 Grad bei PLA vor (Verbatim), anderen ist es egal. Ich habe die Erfahrung gemacht, das 50 Grad (Einstellungen bei mir 68 Grad, mehr später), das optimale Ergebnis bietet.
ABS: Ich habe derzeitig nur eine Rolle ABS im Einsatz. Hier ist das Heizen des Heatbeds unbedingt notwendig. Ich drucke auf einem Spiegel und besprühe ihn vorher mit billigem „Strong 4“ Haarspray, um ein Warping (Wellen des Modells) zu vermeiden. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber! Es hängt aber wiederum vom Filament ab.
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Mit weißem Filament habe ich 0 Probleme, Grün warped ab und zu. Ich benutze hier das Filament von Prima-Filamenten. Schwarz ist soweit ganz okay, keine Probleme.  Das rote Filament von Verbatim ist etwas zickig, aber hier fehlt bei mir wohl noch der Feinschliff zwischen Temperatur, Heat-Bed, Durchfluß und Geschwindigkeit. Die ersten Bahn (Layer) drucke ich meistens mit 0.1 mm ansonsten immer mit 0.1 mm mit 45 mm/2, Nozzle 0.4 mm und 2.85 mm Filament bei 1.8 Durchfluß.
Diese Werte passen bei mir und sind keine Richtlinie für Eure Drucke.

PETG (Polyethylenterephthalat mit Glykol modifiziert): Seit April 2017 habe ich mir mal eine Rolle PETG angetestet. Das ESUN Black PETG war bei Amazon (-> ESUN PETG bei Amazon.de)  relativ preiswert. PETG ist ein Material, das ihr von Euren Aldi Plastikflaschen kennt. Die Schmelztemperatur ist höher als bei ABS und meiner Meinung nach schwerer zu drucken, aber es entscheidende Vorteile: Keine giftigen Dämpfe, kein Warping (wenn man es richtig macht), Lebensmitteltauglich. Beständig gegen verschiedene Chemikalien. Das heisst, ihr könnt Eure eigenen Dosen drucken. Schrumpft wenig, also ideal für das Drucken von Gehäusen. Ich habe für PETG ziemlich viel Zeit gebraucht, damit alles so lief, wie es laufen sollte. Ich möchte hier jetzt keine Ratschläge geben, weil es wohl von Drucker zu Drucker verschiedene Parameter gibt. Parameter sind bei mir gewesen: Layer-Höhe, Geschwindigkeit, Temperatur, Bed-Leveling, Durchfluss. Wenn aber alles aufeinander abgestimmt wurde, läuft es „like a charm“, also top. Nachteilig finde ich, das die Farbauswahl bei den Filaments derzeitig noch begrenzt ist.

Gehäuse und Buddha mit PETG gedruckt.

Besondere Filamente:
Bevor ich Schoko-Torten ausdrucke fange ich mal mit Holz-Filamente an. Hier gibt es bei Amazon ein Probierset mit 3 unterschiedlichen Holz-Farben, mit denen ich sehr schöne Modelle gedruckt habe. Die müffeln etwas nach Erd-Sauna. Entgegen den Hinweisen des Herstellers habe ich diese auch mit einer 0.4 mm Nozzle gedruckt bei 220 Grad. Es gab keine Verstopfungen.
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Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Mein Heat-Bed stand auch wieder bei 50 Grad.
TPE: Ein besonderes Filament kommt von der Firma Verbatim: Es nennt sich Primalloy. Primalloy ist ein TPE (Thermoplastic Polyester Elastomer). Es ist sehr biegsam und ist beständig gegen Hitze, Öl und hat einen niedrigen Abräsions-Widerstand. Mit anderen Worten: Wer es braucht, hat Spaß damit. Anwendungsgebiete sehe ich hier:  Gummireifen (Modellbau), Handyhüllen, Gummi-Tasten. Ich habe mir davon einen Kofferaufkleber gebaut.  Ihr habt sicher noch ganz andere Ideen.
Das Primalloy Filament hat mir erst mal ein paar Probleme gemacht. Mein Bowder-Extruder hat mir immer einen „Kabelsalat“ erzeugt und die Suppe lief nur zähflüssig auf dem Spiegel drauf: Abhilfe: Den geeigneten Extrusion-Multiplier nehmen (bei mir 1.3) und die Geschwindigkeit verlangsamen, bei mir 15 mm/s.  Ich habe hier eine Temperatur von 220 Grad bei 50 Grad Heat-Bed verwendet. Um nicht die Katze im Sack bei Amazon zu kaufen, bietet Verbatim Test-Filamente an.

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Bei allem was ihr so druckt und so wie ich, kreativ seid, ihr braucht immer eines: Viel Geduld. Schreibt Euch auch die Parameter auf oder speichert die Einstellungen im Slic3r in verschiedenen Profilen ab. Ich habe praktisch für jedes Filament ein spezielles Profil, und auch noch in den Qualitäten ebenfalls noch Profile.
Heat-Bed – Wo 50 Grad doch nicht 50 Grad ist: Mißtrauisch wurde ich, als ich zufällig mal mit einem Temperatursensor die Temperatur des Spiegels gemessen habe. Soll (lt. LCD Display: 50 Grad), ist Temperatur 37 Grad. Also schnell mal ein kleines Modell gemacht und ein billiges Temperaturmodul mit Sieben-Segment-Ziffernanzeige angeschlossen.


Kleben von PLA: PLA kann man mit einem Dremel und Filament super zusammenkleben. Als Beispiel habe ich ein Gehäuse für das WLAN-Gateway für den Jeelink gebaut.

Fazit: Spaß macht es trotzdem. Wenn alles mal richtig rund läuft und die ersten Ergebnisse super aussehen, hat man sein Ziel erreicht. 3D-Druck macht Spaß. Jeder Kreative kommt auf seine Kosten. Die einen kommen mit einer Farbe aus und andere (so wie ich) probieren viele Farben, unterschiedliche Qualitäten (Holz, TPE, ABS, PLE) einfach mal aus. Warum? Weil ich es kann! Bei einem Drucker für unter 300 Euro kann man nicht falsch machen.

Meinen Geeetech-3D Drucker gibt wohl nicht mehr, ihr könnt Euch natürlich auch einen der unzähligen Prusa i3 Clones bei Amazon.de aussuchen.

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5 Antworten zu My hacked 3D-Printer: Tipps und Einstellungen, Filamente und Co

  1. Robin sagt:

    Hallo Mario,
    ich habe mir eine Rolle PETG von ESUN gekauft, bin derzeitig damit auf Kriegsfuß.
    bei 230 Grad und auf echten 50 Grad Spiegel Bed warped das Modell, das Material ist dermaßen klebrig und verklebt den Nozzle.
    Aber wahrscheinlich habe ich nur noch nicht die richtige Geschwindigkeit, Temperatur, usw. getroffen.
    Ich werde darüber schreiben.

    LG
    /robin

  2. Mario sagt:

    Hallo zusammen!

    Ihr könnt mal PETG (Polyethylenterephthalat Glycol) Filament versuchen.
    Hat die Vorteile von ABS und lässt sich so leicht drucken wie PLA

  3. Robin sagt:

    Hallo Stefan,
    ich meinte auch PLA, das ist wenn man spät abends einen Beitrag von oben bis unten einfach so runterschreibt.
    Ich habe es korrigiert. Zeit fürs Drucken spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle, weil ich kleine Modelle mache. Da kommt es mir auf die Qualität des Ausdrucks an. Wenn der Geeetech rund läuft, kann man ihn ja unbeaufsichtigt laufen lassen. Und ob es da 1h oder 3h dauert, ist mir egal.
    Trotzdem Danke für Deinen Kommentar.

    LG
    /robin

  4. Stefan sagt:

    Was ich noch erwähnen wollte.
    Habe mir jetzt einige Blumentöpfe mit Wasserspeicher gedruckt, z.T. aus ABS ( stinkt wie Hölle da will man sich nicht gerade mehr im Büro aufhalten Marke Fillamentum) und die mit Aceton mal „geglättet“ weil ich es mal testen wollte, ging auch recht gut.
    Zuerst habe ich einen alten Topf genommen Aceton rein und das Werkstück auf etwas Metall gestellt Deckel drauf und erhitzt.
    War kein so schönes Ergebnis.
    Besser Pinsel und bestreichen oder mit einer Sprühflasche.
    Allerdings empfehle ich hier auf jeden Fall Gasmaske!
    Das ganze auch mal mit PLA getestet, hat nur einen sehr geringen Effekt, aber es tut sich auch was.
    Mit dem EspEasyMega bin ich noch nicht so weit.
    Bin gerade dabei einen Cat Feeder zu bauen, und der Antrieb macht mir etwas Probleme. Da hat man sich einen schönen Adapter für den Antrieb gedruckt, jetzt ist der Motor zu schwach. Ist habe ich ein altes starkes Servo gefunden mal schauen 😉

  5. Stefan sagt:

    Hallo Robi,

    Ich arbeite ja auch noch nicht so lange mit 3D Drucker aber von PLE habe ich jetzt noch nichts gehört. Mir käme da nur PLA in den Sinn. Die Verbatium Filamente hatte ich auch schon auf dem Radar, aber als ich dann gelesen habe das die nur max. 30 mm/s gedruckt werden sollen war das mir doch etwas zu langsam.

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